FAQ Automatikgetriebe

Ist mein Getriebe überhaupt defekt?

Sobald sich am Automatikgetriebe Probleme bemerkbar machen, sollten Sie umgehend handeln. Bei den ersten Anzeichen ist es oft noch möglich kleinere Schäden am Getriebe zu reparieren, bevor gravierende Mängel auftreten.

Für Technisch begabte Fahrzeughalter ist es zu empfehlen, zuerst einmal das Getriebeöl zu prüfen. Dazu müssen Sie den Getriebeölmessstab ziehen und das Getriebeöl überprüfen. Den Ölstand über das Überlaufrohr prüfen, bei max. 35° - 40° C, bitte Herstellerangaben beachten. Weiterhin wäre es sinnvoll, die Ölwanne abzunehmen und sowohl Ölwanne als auch Filtersieb auf Verunreinigungen zu untersuchen.
Wenn das Getriebeöl noch nicht verbrannt ist, also rot (oder bei manchen Getrieben gelb) und sich keine Späne im Getriebeöl befinden, besteht eine reelle Chance, dass das Getriebe nicht oder nicht stark beschädigt ist.
In diesem Fall wäre es sinnvoll, einen Termin mit uns zu vereinbaren, bei dem wir prüfen, ob es sich eventuell um ein Steuerungs- oder Ansteuerungsproblem handelt.
Bei mechanisch-hydraulischen Getrieben kann dafür eine defekte Unterdruckdose, ein defekter Kickdownzug, ein hängender Fliehkraftregler, ein defektes Schaltschiebegehäuse oder Getriebeölmangel ursächlich sein.
Bei neueren, elektronisch gesteuerten Getrieben kann dagegen auch ein externer Fehler z.B. ein fehlerhafter Drosselklappensensor, Steuercomputer, Luftmassemesser oder Kabelstrang dafür verantwortlich sein.
Im Getriebe intern können fehlerhafte Schalt- oder Druckregelventile, Drehzahl -  Druck – oder Temperatursensor genauso wie Schaltschiebegehäuse und Ölmangel mögliche Fehlerursachen sein.
Hat Ihr Fahrzeug weder vorwärts noch rückwärts Antrieb, liegt häufig die Vermutung nahe, dass der Drehmomentwandler defekt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Reparatur und Generalüberholung?

Bei kleineren Getriebeschäden führen wir auch gezielte Reparaturen durch.
Bei der Reparatur werden nur die offensichtlich defekten Teile gewechselt. Die Reparatur erfolgt nach Aufwand.
Nur bei Getrieben, die nicht einen hohen Verschmutzungsgrad aufweisen, ist eine Reparatur überhaupt möglich. In diesem Fall kann aus Preisgründen der Drehmomentwandler eventuell wieder verwendet werden. Sie erhalten ein halbes Jahr Gewährleistung auf die gewechselten Teile.

Bei einer Generalüberholung wird das Automatikgetriebe komplett zerlegt und einer gründlichen Reinigung unterzogen. Danach erfolgt eine Fehlerdiagnose.
Sämtliche Verschleißteile werden gewechselt, ungeachtet dessen, ob diese Teile noch funktionsfähig sind oder nicht. Die defekten Teile werden ersetzt.
Die einzelnen Baugruppen werden sorgfältig überprüft und montiert.
Der Drehmomentwandler wird entweder getauscht oder instandgesetzt.
Der Schaltschieber bzw. die Mechatronik wird auf speziellen Schaltschieber Testständen auf Funktion und Leistung getestet.
Danach werden wieder alle Baugruppen wieder zu einem funktionsfähigen Getriebe zusammen montiert.
Vor Auslieferung wird das Getriebe auf einem unserer Getriebetestständen überprüft.
Die Überholung erfolgt zum Festpreis, sofern keine Gehäuseschäden vorliegen. Sie erhalten eine Gewährleistung von einem Jahr ohne Kilometerbegrenzung.

Warum muß ein funktionsfähiger Drehmomentwandler bei einer Überholung denn überhaupt getauscht werden?

Fast immer sind defekte Automatikgetriebe stark verschmutzt. Diese Schmutzpartikel, wie metallische Späne oder verbrannter Kupplungsbelag, befinden sich auch im Drehmomentwandler.
Wenn nun bei der Überholung des Getriebes der alte Drehmomentwandler wieder verwendet wird, gelangen die ganzen Schmutzpartikel über den Ölkreislauf in das Getriebe zurück. Dadurch wird das Getriebe erneut beschädigt.
Das Spülen des Drehmomentwandlers ist nicht ausreichend, um alle Schmutzpartikel daraus zu entfernen. Bei Wandlern mit Überbrückungskupplung besteht das Problem, dass man nicht hineinschauen kann und dadurch nicht weiß, wie sehr der Reibbelag der Überbrückungskupplung bereits beschädigt ist.
Nur bei Getrieben, die nicht einen solchen Verschmutzungsgrad aufweisen, ist eine Reparatur möglich. In diesem Fall kann aus Preisgründen der Drehmomentwandler eventuell wieder verwendet werden.

Warum muß beim Getriebetausch bzw. der Instandsetzung grundsätzlich der Ölkühler gereinigt oder ersetzt werden?

Späne oder verbrannter Kupplungsbelag werden über den Ölkreislauf auch in den Ölkühler befördert.
Wenn nun das Getriebe überholt wird und der Ölkühler nicht auf gründlichste gereinigt wird, gelangen die Schmutzpartikel mit der Zeit über den Ölkreislauf wieder ins Getriebe zurück. In manchen Fällen ist der Ölkühler so stark verschmutzt, dass kein ausreichender oder gar kein Ölfluss besteht. Eine ausreichende Getriebeölkühlung ist dann nicht mehr gewährleistet.
In einem solchen Fall, oder wenn starke Späne im ganzen Getriebe vorhanden sind, muss der Getriebeölkühler grundsätzlich getauscht werden, da sonst das überholte Getriebe innerhalb kurzer Zeit überhitzt und erneut beschädigt wird.

Was ist eine Wandlerüberbrückungskupplung bzw. ein Lockup?

Eine Wandlerüberbrückungskupplung ist eine zusätzliche Kupplung, die in einem Drehmomentwandler enthalten ist und sich bei entsprechend hoher Drehzahl, meist ab dem zweiten/ dritten Gang, zuschaltet. Dies ist wichtig, um eine feste Verbindung vom Motor zum Getriebe herzustellen und dadurch den sogenannten Schlupf und den damit verbundenen erhöhten Kraftstoffverbrauch des Motors zu verhindern.
Solange die Wandlerüberbrückungskupplung nicht zugeschaltet ist, besteht keine feste durchgängige Verbindung zwischen Motor und Getriebe. Die Kraft wird durch zwei Schaufelräder über das Medium Öl vom Motor auf das Getriebe übertragen. Einem durch den Motor angetriebenen und einem zweiten durch den erzeugten Ölstrom angetriebenen Schaufelrad. Diese beiden Schaufelräder befinden sich im Drehmomentwandler.
Da diese beiden Schaufelräder nur über das Medium Öl miteinander verbunden sind, ergeben sich unterschiedliche Drehzahlen des Motors und des Getriebes (o.g. Schlupf).
Die Wandlerüberbrückungskupplung überbrückt bei hohen Drehzahlen, wenn nur noch eine geringe Differenz zwischen Ein- und Ausgangsdrehzahlen besteht. D.h. es wird eine Kupplung im Drehmomentwandler geschlossen die eine durchgängige feste Verbindung herstellt. Der englische Begriff für die auch kurz genannte „Wandlerbrücke“ lautet „Lockup„.

Muss das Getriebe ausgebaut werden oder ist eine Reparatur im eingebauten Zustand möglich?

Ist das Getriebeöl dunkelbraun bis schwarz verfärbt bzw. riecht das Getriebeöl verbrannt, dann muss das Automatikgetriebe auf alle Fälle ausgebaut werden.
Ist das nicht der Fall, dann sollten Sie die Ölwanne abnehmen und diese auf metallischen Abrieb untersuchen. Wenn sich starker metallischer Abrieb oder gar größere Späne in der Ölwanne und am Magnet befinden, liegt ein so starker mechanischer Defekt vor, der nicht im eingebauten Zustand behoben werden kann. Bei starker Verschmutzung und / oder Spanentwicklung ist eine Generalüberholung unbedingt notwendig, um alle Schmutzpartikel aus dem Getriebe zu entfernen.

Muß ich Ihnen mein Getriebe selbst zuschicken bzw. anliefern und abholen?

Wir arbeiten mit einer Spedition zusammen die für uns bundes- bzw. europaweit Getriebe abholt und anliefert. Wir berechnen Ihnen bundesweit einen Pauschalpreis von 60,- € + MwSt. pro Weg und Getriebe bis zu 100kg).
Bei der Abholung Ihres Getriebes besteht Ihre Aufgabe lediglich darin, das Getriebe versandfähig zu machen. Bitte so kompakt wie möglich! Am besten auf einer kleinen Palette, in einem Karton oder einer Kiste. Unbedingt ölentleert und tropfsicher verpacken, damit kein Getriebeöl austreten kann!
Sie müssen keinerlei Versandpapiere ausfüllen. Ein einfacher Lieferschein mit Ihrem Briefkopf, und wenn möglich einer kleinen Fehlerbeschreibung und Auftragserteilung ist völlig ausreichend. Gerne können Sie auch ein Ausdruck unserer Informationsanforderung beifügen.
Danach teilen Sie uns Ihren gewünschten Abholtermin mit. Wir veranlassen die Abholung bei der Spedition.
Bei der Lieferung ab Lager bzw. der Rücklieferung Ihres überholten Getriebes erhalten Sie das Getriebe meistens innerhalb von 24 Stunden nach Warenausgang. Wir berechnen dafür keine Extrakosten. Die Lieferung erfolgt per Bar-Nachnahme oder Schecknachnahme. Sie werden am Tag des Warenausgangs per Fax / Mail über die Anlieferung informiert.

Kann ihre Spedition das alte Getriebe bei der Anlieferung des Tauschgetriebes gleich wieder mitnehmen?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass man vor dem Einbau des Tauschgetriebes am besten das alte und das überholte Getriebe direkt miteinander vergleicht. Hierbei kann man feststellen, ob alle Anbauteile vom Altgetriebe abgeschraubt sind. Deshalb sollten Sie das Altgetriebe erst zu einem späteren Zeitpunkt an uns zurück senden.
Außerdem liefern viele Speditionen vormittags meist auf dem Hinweg zum Kunden an und holen nachmittags auf dem Rückweg vom Kunden ab, damit der Lkw-Fahrer sich bei den Auslieferungen nicht selbst behindert.


Haben Sie noch weitere Fragen? Dann schreiben Sie uns doch einfach.

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